Lossprechung im Innungssitz dem CEM Branchenzentrum in Münster

Innungsversammlung mit großer Beteiligung

Teilnahme an der großen Prozession in Münster am 4.7.2010
Quasi ein Abordnung nahm teil.
 

Münster (kath.net/pbm)
Rund 2.000 Gläubige aus den katholischen Gemeinden Münsters haben am Sonntag (4. Juli) an der traditionsreichen „Großen Prozession“ teilgenommen. Damit erfüllten Kirche und Bürgerschaft auch in diesem Jahr ein Gelübde aus der Zeit des Hochmittelalters, alljährlich einen Buß- und Bittgang zur Abwendung von Not und Unglück zu halten. In den Jahren 1382/83 war Münster von der Pest und einer verheerenden Brandkatastrophe heimgesucht worden, denen Tausende zum Opfer fielen. Die „Große Prozession“ stand im 627. Jahr ihres Bestehens unter dem Leitwort „Freut euch!“ nach dem alttestamentlichen Propheten Jesaja (Jes 66,10).
 

Zum Auftakt der „Großen Prozession“ hatten in mehreren Altstadtkirchen Münsters kurze Stationsgottesdienste stattgefunden, die von unterschiedlichen Gruppen gestaltet wurden. So fand in Liebfrauen Überwasser ein Familiengottesdienst für Eltern mit ihren Kindern statt. In der Stadt- und Marktkirche St. Lamberti kamen Mitglieder von Rat, Verwaltung und Behörden, das Domkapitel, Studentenverbindungen und Ordensritter zusammen. Erstmals seit 50 Jahren beteiligte sich die Gold- und Silberschmiede-Innung Münster wieder an der Großen Prozession – Ausdruck ihrer traditionellen Verbindung zu Kirche und Liturgie. Innungsmitglieder führten die Standarte ihrer Vereinigung mit sich. Unter den Teilnehmern an der Prozession war auch der münsterische Oberbürgermeister Markus Lewe, der später in der Messfeier eine der Fürbitten sprach. Das bei der Prozession mitgeführte Vortragekreuz ist die Kopie des „Pestkreuzes“ der Kathedrale, das aus dem 14. Jahrhundert stammt und im Stephanuschor des Domes hängt.

Roland Osthaus, Standarte, Werner Fischer, Eligiusstatue, Raphael Fischer Obermeister mit Kette, Johannes Wistuba, Uschi Twenhöfen, Barsum Ercan,
 



Bischof Felix Genn zeigte sich in einer kurzen Impulspredigt im abschließenden Pontifikalamt im St.-Paulus-Dom beeindruckt, dass die Tradition der Buß- und Bitttradition auch nach sechs Jahrhunderten noch lebendig ist. „Wie geht das zusammen: Freude empfinden und Buße tun?“ fragte er mit Hinweis auf das diesjährige Motto der Großen Prozession. Manche empfänden die Mitgliedschaft in der Kirche heute eher als Last. Doch durch die Taufe Christ geworden zu sein, bedeute „eine Quelle göttlicher Tröstung“. Sie eröffne eine tiefe Freude, weil der Name jedes Einzelnen im Himmel verzeichnet sei: „Freuen wir uns doch, dass wir eine Hoffnung haben, die uns eine Dimension eröffnet, die weit über die Freude des Alltags hinaus weist.“ Der Bischof rief die Gläubigen auf, sich die christliche Sendung etwas kosten zu lassen und die Liebe zu Gott und zu den Menschen zu zeigen: „um jeden Preis“.